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Innovative Technologien dank Spende eines 3D-Druckers

13.02.2019

Sehr groß war die Freude in den Werkstätten der Lebenshilfe Baden-Baden / Bühl / Achern über die Spende eines 3D-Druckers von der Firma Stratasys GmbH in Rheinmünster. Bei einer Betriebsbesichtigung der Firma Stratasys waren die Produktionsverantwortlichen der Lebenshilfe so begeistert von dieser Technologie, dass schon die ersten Anwendungsmöglichkeiten diskutiert wurden. Seit der Spende des 3D-Druckers im November 2018 ist der Drucker fast jeden Tag und Nacht im Einsatz.

Besuch von Stratasyszoom

In den Werkstätten der Lebenshilfe müssen viele händische Prozesse der Mitarbeiter mit Behinderung durch Vorrichtungen abgesichert werden. „Dafür gibt es oft einfache Lösungen, was definitiv eine Stärke unserer Werkstätten ist“ erläutert Alexandra Fluck, Mitglied der Geschäftsführung. So entwickelt Betriebsstättenleiter und Ingenieur Gerd Zeitvogel per Software kreative und innovative Konstruktionen für Vorrichtungen, Schablonen und Poka Yoke Lösungen, die er nun auch direkt selbst drucken kann. Dies bedeutet eine immense Zeit- und Kostenersparnis. Vor allem auch deshalb, weil die Firmen, die bisher mit dem Vorrichtungsbau beauftragt wurden, extrem ausgelastet sind und damit teilweise große Wartezeiten verbunden waren. „3D-gedruckte Vorrichtungen und Produktionswerkzeuge werden unabhängig von ihrer Komplexität viel schneller, kostensparender und mit weniger Materialabfall produziert als herkömmlich hergestellte Werkzeuge“ erklärt Rudolf Kolb.

Zeigen der gedruckten Vorrichtungenzoom
Besuch von Stratasyszoom
 

Andreas Langfeld, Geschäftsführer bei Stratasys, war beim aktuellen Besuch der Werkstatt in Sinzheim begeistert! „Wir sind überrascht, wie professionell und fortschrittlich hier im Bereich Werkzeugbau gearbeitet wird! Es gibt Konzerne, die oft noch nicht so weit sind, selbst solche Konstruktionen zu entwickeln, so dass ein 3D-Drucker oft noch gar keinen Sinn machen würde.“
„Der Einsatzbereich für den 3D-Drucker befindet sich in allen Produktionsbereichen unserer Werkstätten, in der Automobilindustrie genauso wie für Montageaufträge weiterer Kunden aus anderen Branchen“ so Alexandra Fluck. „Der hauseigene 3D-Drucker verbessert die Produktionsflexibilität und Reaktionsfähigkeit auf die Anforderungen unserer Kunden.“ Markus Kohlleppel, Regional Technical Specialist bei Stratasys ergänzt: „Die zahllosen 3D-Drucklösungen ermöglichen durch Gestaltungsfreiheit und Einfallsreichtum die Entwicklung von innovativen neuen Produkten, Lösungen und Verfahren.“

Besuch von Stratasyszoom
Besichtigung der gedruckten Vorrichtungenzoom
 

Ganz aktuell wurde mit einem langjährigen Industriepartner in der Werkstatt Sinzheim die Montage einer kompletten Produktfamilie an Teilen von Stromkreisverteiler platziert. Seit Januar ergeben sich somit unterschiedliche Einsatzmöglichkeiten für die Mitarbeiter mit Handicap. So zum Beispiel das Zusammenfügen von Bauteilen, Arbeiten an der Handhebelpresse, Schraubarbeiten, Verpackungsarbeiten bis hin zum Anschließen von Kabeln.
Ohne die nun einfache und unkomplizierte Produktion von Vorrichtungen für die Mitarbeiter wäre die Umsetzung und pünktliche Auslieferung der Produkte nicht so schnell und professionell realisierbar gewesen.

Gedruckte Vorrichtungenzoom

Dankbar war das Team der Lebenshilfe Werkstätten beim Besuch von Stratasys über die Spende von weiterem Modell- und Stützmaterial. Neben dem sozialen Aspekt ist es Andreas Langfeld auch wichtig, mit dieser effizienten Technologie aus betriebswirtschaftlicher Sicht zu unterstützen. Die Firma Stratasys geht mit dieser Spende neue Wege vom reinen Hersteller und Verkäufer hin zum Sozialpartner und attraktiven Standort sowie Arbeitgeber.
Von beiden Seiten sind nun gegenseitige Betriebsführungen geplant, um zum einen den Mitarbeitern mit Behinderung neue Einblicke zu gewähren und zum anderen, um den Stratasys-Mitarbeitern Praxisbeispiele und fortschrittliches Arbeiten mit 3D-Druckern zu präsentieren.

© Lebenshilfe der Region Baden-Baden - Bühl - Achern e.V

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