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Inklusion in Achern

09.05.2019

Chancen und Grenzen der Inklusion waren Gesprächsthema bei der Begegnung des Fraktionsvorsitzenden der Landtagsfraktion von Bündnis 90/DIE GRÜNEN im Landtag von Baden-Württemberg Andreas Schwarz, Landtagsabgeordneten Thomas Marwein und Oberbürgermeister Klaus Muttach mit Harald Unser und Alexandra Fluck von der Lebenshilfe der Region Baden-Baden - Bühl - Achern sowie den Schulleitern Lutz Schneider, Achertalschule und Heinz Moll, Gemeinschaftsschule.

Inklusion in Achern

Harald Unser und Alexandra Fluck erläuterten, dass die Lebenshilfe der Region Baden-Baden - Bühl - Achern an 22 Standorten mit unterschiedlichen Angeboten engagiert ist. Das Illenau Arkaden Bistro sei als besonderes Projekt vor wenigen Jahren entwickelt worden, indem der Gastronomiebetrieb mit mindestens 40 Prozent der Beschäftigten mit Handicap betrieben wird.
Erfreulicherweise hat sich das Bistro so gut entwickelt, dass zwischenzeitlich statt der ursprünglich geplanten vier inzwischen schon sieben Menschen mit Handicap sozialversicherungspflichtig beschäftigt sind.
Alexandra Fluck und Harald Unser zeigten sich dankbar, dass die Stadt dieses Projekt unterstützt und so eine schöne Erfolgsgeschichte entstanden ist.
Grundsätzlich müsse die Förderung von Menschen mit Handicap auf dem Hintergrund der persönlichen Fähigkeiten des Einzelnen bewertet werden.

Lutz Schneider und Heinz Moll sprachen dann die Situation der Förderung von Schülern mit Handicap an. Defizite seien bei den Schülern oft nicht offensichtlich erkennbar. Bei den 65 Schülern am Sonderpädagogischen
Bildungs- und Beratungszentrum mit Förderschwerpunkt Lernen, der Achertalschule, sei eine umfassende und anhaltende Lernbeeinträchtigung festgestellt, ein besonderer Förderbedarf sei anerkannt. Die Achertalschule biete mit kleinen Klassen und besonders ausgebildeten Sonderpädagogen gute Fördermöglichkeiten. Ein fester Rahmen mit dem Klassenlehrerprinzip als Ansprechpartner für die zirka zwöf Schüler je Klasse sei wichtige Voraussetzung und die Schüler hätten zwischenzeitlich bessere Berufschancen als noch vor Jahren, freute sich Lutz Schneider. Heinz Moll konnte für die Gemeinschaftsschule von 13 inklusiv beschulten Schülern berichten. Eine Sonderpädagogin ergänze die Lehrerversorgung. Gleichwohl wäre es wichtig, so Heinz Moll, dass gerade bei Klassen mit inklusiv beschulten Schülern der Klassenteiler reduziert würde. Lutz Schneider und Heinz Moll berichteten, dass sich manche Eltern scheuten, den Förderbedarf ihrer Kinder anerkennen zu lassen. Genau dies sei aber Voraussetzung für eine sonderpädagogische Betreuung, wobei es ein Elternwahlrecht gebe, ob diese durch eine inklusive Beschulung an einer allgemeinbildenden Schule oder einem Sonderpädagogischen
Bildungs- und Beratungszentrum erfolge.

„Für eine gelebte Teilhabe müssen Menschen mit Handicap die Möglichkeit bekommen, am Arbeitsleben im ersten Arbeitsmarkt teilzunehmen“, plädierte MdL Thomas Marwein. Dies fordere die UN Staatenprüfung von Deutschland bereits seit 2015. „Werkstätten für Menschen mit Behinderung waren bisher ein wichtiges Bindeglied für rund ein Viertel aller Menschen mit schweren Einschränkungen. Ziel sollte es dennoch sein bei den Unternehmen weiter für die Idee der Inklusion und Vielfalt im Unternehmen zu werben.“ Hierfür gebe es bereits Fördergelder und Beratungsangebote, diese Angebote müssten aber noch besser an die Arbeitgeber kommuniziert werden.

Der Fraktionsvorsitzende der Grünen im Landtag, Andreas Schwarz erklärte, dass die Landesregierung die Teilhabe von Menschen mit Handicap fördere und sich um weitere Verbesserungen in vielen Bereichen bemühe. Viele Maßnahmen des Sozialministeriums zeigen Wirkung, um am Arbeitsleben teilzunehmen.
Dabei müssen auch die Rahmenbedingungen für die Inklusion stimmen.

Oberbürgermeister Klaus Muttach stellte unmissverständlich klar, dass Menschen mit Handicap Bestandteil der Gesellschaft der Stadt Achern sind und ganz natürlich dazu gehören.

© Lebenshilfe der Region Baden-Baden - Bühl - Achern e.V

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