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„Klassenzimmer im Freien“ lässt Herzen von kleinen Erntehelfern höher schlagen

21.05.2019

Ein Klassenzimmer im Freien? Das wär doch was! Für 82 Kinder ist dieser Traum für einen Vormittag in Erfüllung gegangen. Das Projekt „Wir ernten, was wir säen“ von „Peter‘s gute Backstube“ gibt alljährlich Schulkindern aus der Region die Möglichkeit in die Rolle eines Erntehelfers zu schlüpfen.

"Die Vermittlung von Wissen hat bei uns einen hohen Stellenwert“, betonte Bruno Ketterer, geschäftsführender Gesellschafter des Unternehmens, dem das Bewahren alter Traditionen sehr am Herzen liegt. „Ihr habt heute die Möglichkeit euer eigenes Bio-Getreide zu säen“, erklärte Ketterer den Kindern, die voller Vorfreude auf den Bänken hin und her rutschten. „In den nächsten Wochen könnt ihr zusehen wie die Halme wachsen. Am Ende des Sommers werden wir schließlich zusammen ernten, die Körner mahlen und Brot backen! „Ich hoffe, ihr habt alle Spaß dabei und helft kräftig mit!“

Getreide sähen? Mit Feuereifer stürzten sich die „kleinen Bauern“ der Tullaschule Vimbuch, der Aloys-Schreiber-Schule-Bühl und unserer Mooslandschule Ottersweier
in die Arbeit. Als ob es dazu einer Aufforderung bedurft hätte.

Da werden die Samen mit Schwung in das perfekt vorbereitete Feld gestreut, dass die Samen nur so herum spritzen. Macht`s Spaß? „Und wie!“, lacht ein Mädchen keck.
Natürlich bekamen die Kinder qualifizierte Helfer an die Seite gestellt, Leopold Lorenz von der Geschichtswerkstatt Fautenbach, sowie Landwirt Ferdinand Schindler, ebenfalls aus Fautenbach. Auch von Seiten „Peters gute Backstube“ war selbstverständlich ein professionelles Team vor Ort: das Marketing mit Elke Meier und Yvonne Pham sowie Katharina Vogt, die derzeit ein Praktikum im Rahmen ihres Studiums absolviert.

Projekt "Wir ernten, was wir sähen"zoom
Projekt "Wir ernten, was wir sähen"zoom
 

Doch bevor der Spaß beim Kinder-Projektfeld, das in Vimbuch direkt an die Backstube von Peters grenzt, so richtig losgehen konnte, hatte erst einmal Leopold Lorenz das Wort ergriffen. „Heute werden Lebensmittel nicht mehr so geschätzt wie früher“, bedauerte Lorenz. „Oft wird nur einmal in ein Brot gebissen und der Rest unachtsam weggeworfen!“ Dieser Entwicklung wolle er entgegenwirken und die Wertigkeit von Lebensmitteln wieder in den Focus rücken.

Mit Unterricht zum Anfassen ging es weiter! Schindler und Lorenz und selbstverständlich Bruno Ketterer stellten den Kindern die wiederentdeckten, robusten und als gesund geltenden Getreidesorten vor, wie z.B. Emmer oder Rotweizen. Bevor sich die beiden Landwirte an die Arbeit machten und demonstrierten, wie früher Getreide gepflanzt wurde – selbstverständlich von Hand und mit einer Blechwanne. Auch die Kinder zogen schließlich los und säten aus kindergerechten Körbchen, ehe schließlich mit einer dreiteiligen Saategge das Korn in den Boden gebraucht wurde.

Eine nette Geschichte am Rande sei hier noch erzählt. Ein kluges Mädchen aus
der Mooslandschule hatte nämlich aus eigenem Antrieb eine Vogelscheuche
gebaut. Wie sagte Leopold Lorenz dazu so schön: „Damit die Grabbe die Körner
nit hole!“ Eine echt süße Idee, die bei allen Anwesenden für Begeisterung sorgte!

Außerdem hatte die kleine Dame drei Raben gebastelt, die an das Schild der
Mooslandschule gebunden wurden und fröhlich im Wind flatterten (jede Schule
kennzeichnet „ihr Feld“ nämlich mit einem Schild). So ging schließlich, nach
ausreichender Stärkung mit Heimatleibstullen und Hefezopf, ein lehrreicher und
wunderbarer Tag im „Klassenzimmer im Freien“ zu Ende.

© Lebenshilfe der Region Baden-Baden - Bühl - Achern e.V

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