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Schreinerei unserer Lebenshilfe fertigt Himmelsbriefkasten für Trauerbegleitung an

02.09.2021

Trauerbegleiterin Britta Walper hat einen Himmelsbriefkasten entwickelt / Häuschen wird von der Schreinerei in unseren Werkstätten hergestellt - weiterlesen...

Britta Walper aus Kappelwindeck hat die Idee aus ihrer eigenen Geschichte und Trauererfahrung heraus entwickelt. Foto: Ursula Klöpfer
Britta Walper aus Kappelwindeck hat die Idee aus ihrer eigenen Geschichte und Trauererfahrung heraus entwickelt. Foto: Ursula Klöpfer


Der Tod eines geliebten Menschen gehört wohl zu den schwierigsten Erfahrungen im Leben überhaupt. Es ist ein dunkler und schwerer Prozess für den Betroffenen. Umso wichtiger ist es, in diesem Tief kompetente seelische Unterstützung zu erhalten. Eine Möglichkeit bietet die Trauerbegleiterin Britta Walper aus Kappelwindeck mit ihrem Himmelsbriefkasten.


Die geborene Hamburgerin hat diese kreative Art der Trauerbearbeitung selbst entwickelt. „Den Himmelsbriefkasten kann man als Brücke betrachten“, erklärt Britta Walper mit sorgfältig gewählten Worten. „Diese kann dem trauernden Menschen helfen, den Weg vom Tod zurück ins Leben zu gehen.“ Dem Schreiben von Briefen komme hierbei eine wesentliche Rolle zu. „Es geht darum, Nachrichten, Botschaften, Ungesagtes oder Unbequemes zu Papier zu bringen und anschließend als Niederschrift abzugeben. Der bewusste Akt des Weggebens des Briefes ist hier ein bedeutender Schritt. Alle Gefühle dürfen hier geäußert werden — auch negative Emotionen haben in den Nachrichten ihren Platz. So findet eine aktive Auseinandersetzung mit der Trauer statt. Die seelischen Wunden können anfangen zu heilen.“

Trauer und Verlust haben auch im Leben von Britta Walper eine prägende Rolle gespielt. „Ich habe zu meiner Berufung als Trauerbegleiterin durch den Tod meiner Tochter Clara gefunden. Das hat mich gelehrt, auf was es in der Trauer ankommt“, berichtet sie. Nach Ausbildung und Fortbildungen ist sie nun seit Jahren als freiberufliche Krisen- und Trauerbegleiterin tätig.

Dicht an dicht stehen bei ihr im Brombachweg in Kappelwindeck die kleinen Holzhäuschen. Manche sind bunt bemalt, andere wiederum edel-schlicht in ursprünglicher Holzoptik. Britta Walper erklärt das Prinzip genauer: „Der Himmelsbriefkasten ist ein Briefkasten in Form eines Hauses, mit einer Ablagefläche für Fund- und Erinnerungsstücke und wird nach meinen Entwürfen in den Werkstätten der Lebenshilfe der Region Baden-Baden/Bühl/Achern angefertigt. 

Der Briefschlitz wird durch eine abnehmbare Wolke verdeckt“. Bewusst habe sie das Material Holz gewählt. „Holz verändert sich, wie die Trauer verändert. Irgendwann können die Menschen vielleicht loslassen und sich von dem Briefkasten verabschieden.“ Ein versteckter Mechanismus erlaube es dem Besitzern auch, das Haus zu öffnen und die Briefe zu lesen. Wenn die Zeit dafür gekommen ist.

Trauerverarbeitung sei ein Prozess. „Trauer ist sehr individuell und endet nie. Nur die Gefühle und der Schmerz verändern sich, und man lernt mit der Zeit, besser damit umzugehen“, erklärt die Mutter von drei Kindern. 

Den Holzbriefkasten kreativ zu gestalten und damit zu personalisieren ist, neben dem Schreiben, ein weiteres Instrument. „Dadurch gleicht keiner dem anderen. Es können Acrylfarben verwendet werden, Sprüche und Zitate daraufgeschrieben oder Fotos aufgeklebt werden“, so Walper, die sich noch unzählige andere Verwendungsmöglichkeiten für den Himmelsbriefkasten vorstellen kann. 

„Menschen, die sich in der palliativen Pflege befinden, haben oft den Wunsch, etwas Bleibendes für ihre Angehörige zu hinterlassen. Mit einem Händeabdruck auf dem Himmelsbriefkasten bekommt die Familie etwas Einzigartiges.


Später darf der Himmelsbriefkasten weiter ausgestaltet werden und in seiner Funktion auf dem Grab oder auch zu Hause für Nachrichten, Botschaften oder Briefe genutzt werden“. „Auch auf Sternengräberfeldern der Kommunen könnte für Eltern das Holzhäuschen ein Instrument sein, um mit seinem Kind weiter in Kontakt zu bleiben. Auf dem Friedhof oder zu Hause.“ Denkbar sei ebenfalls die Option, den Himmelsbriefkasten nach dem Tod eines Mitschülers aufzustellen.


Für Trauer gebe es natürlich keinen Leitfaden, so Walper: „Es gibt kein universal gültiges Rezept.“ Aber es sei einfacher für die Betroffenen, wenn die Trauer eine Adresse habe. Leise fügt sie hinzu: „Der Himmelsbriefkasten ist aus meiner Geschichte und meinem Herzen entstanden, und ich möchte Menschen damit die Möglichkeit zur Selbsthilfe anbieten. Hier kann Wut, Schmerz und Ohnmacht einfach abgegeben werden. Der Himmelsbriefkasten erträgt alles.“

Von Ursula Klöpfer

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